Wenn sich zwei streiten, freut sich der dritte?

Ausbildung und Ehrung der frisch ausgebildeten Peer-Mediatoren an der Mittelschule in Schlüsselfeld.
Schlüsselfeld 30.01.2019 – Ganz aufgeregt schleichen die Schülerinnen und Schüler, der Einladung per Durchsage folgend, in den Mehrzweckraum. Da sitzen schon fremde Herren. „Sind wir hier richtig?“, fragen sich die Schüler. Da entdecken sie ihren Rektor Herrn Hofmann, der sie eingeladen hat und den Jugendsozialarbeiter Daniel Schirber, der zusammen mit der Lehrerin Bianca Hußenether die Peer-Mediatoren der Grund- und Mittelschule Schlüsselfeld betreut. Angesichts der bekannten Gesichter, trauen sich die Schülerinnen und Schüler einzutreten.

Endlich nehmen alle ihre Plätze ein. Rektor Hofmann begrüßt die Anwesenden und bringt damit Klarheit über die Bedeutung der Gäste im Raum. Da sitzen nun natürlich die neu ausgebildeten Peermediatoren aus den Klassen 6 – 8 der Mittelschule mit ihren beiden Betreuern und der Schulleitung. Außerdem die Vertreter der Firma Poraver Herr Kastner und Herr Nestmann, Herr Wehner und Herr Hoffmann von der Raiffeisenbank Ebrachgrund und Herr Böhm von der Kreissparkasse Bamberg , die durch ihr Sponsoring die Ausbildung erst ermöglicht haben.

Anschließend erklärt Herr Hofmann kurz wie wertvoll es ist Peer-Mediatoren an der Schule zu haben, die sich um die vielen großen und kleinen Konflikte zwischen Schülern an der Schule kümmern, und das als gleichaltrige viel besser können als Erwachsene, weil sie einfach mehr Verständnis für die Probleme der Mitschüler haben. Dabei erklärt er auch, dass Meinungsverschiedenheiten ganz normal sind, wo Menschen aufeinandertreffen und durch soziale Medien noch gehäufter auftreten. Deshalb braucht es aus seiner Sicht unbedingt Regeln für konstruktives Streiten und Menschen, die diese kennen, vertreten. Damit können sie dann denjenigen helfen, die sich aufgrund persönlich emotionaler Betroffenheit in manchen Konfliktsituationen schwer tun diese selbstständig zu bewältigen.

Damit ist das Wort bei Herrn Schirber, der kurz die Inhalte der Mediatorenausbildung darlegt. Anhand seiner sehr anschaulich gezeichneten Plakate vermittelt er in wenigen Worten, was die Schüler in einer zweitägigen Grundausbildung im Jugendcamp in Vestenbergsgreuth gelernt haben. Da ging es um Voraussetzungen für Vertrauen und gute Gespräche ebenso wie die Grundlagen professioneller Kommunikation und Gesprächsführung, Aktives Zuhören, Wahrnehmen und Benennen von Gefühlen und Bedürfnissen und natürlich die Grundlagen der Mediation. Nicht zuletzt ging es um ein Verständnis, dass Konflikte nicht per se etwas Schlechtes sind, sondern sie unter anderem die Chance von Entwicklung mit sich bringen. Immer wieder betont er, wie engagiert die Schülerinnen und Schüler während der Ausbildung dabei waren und wie fleißig und gewissenhaft sie ihren Dienst jetzt erfüllen, was dem sozialen Klima in der Schule sehr zugute kommt. Einige Schülerinnen und Schüler werden jetzt schon ganz rot im Gesicht, weil sie so viel verdientes Lob nur schlecht ertragen können.

Nach ein paar weiteren Dankesworten an alle, die diese Aktion ermöglicht oder durchgeführt haben, kommt dann die feierliche Verleihung der Zertifikate, nicht ohne einige Worte auch von Herrn Wehner, aus welchen deutlich wird, wie wertvoll ein solches Dokument in Bewerbungsunterlagen und für den persönlichen Lebensweg ist.

Letztlich werden noch ein paar Erinnerungsfotos gemacht und die sehr stolzen Schülerinnen und Schüler gehen zurück in ihre Klassen. Auch ihre nicht weniger stolzen Betreuer, die Schulleitung und die Sponsoren gehen wieder an ihre Arbeit. Vorher gab es noch das Angebot der Sponsoren zur weiteren Unterstützung des Projekts, das noch viele Jahre weitergehen soll. Alle sind glücklich, mit dieser Aktion die Welt ein ganz klein wenig besser gemacht zu haben, weil einige Menschen lernen konnten und können, wie man durch professionelle Kommunikation friedlich zusammenleben und erfolgreich mit- und voneinander lernen kann.